Globaler Tag an der Realschule Neuffen


Aus einer Idee der SMV entstand etwas Großes! Global Day wurde der Projekttag der Realschule Neuffen getauft, an dem alle Schülerinnen und Schüler zu verschiendenen Themenbereichen "global lernen" konnten.

Doch wie kam es dazu? Eine der beiden Hauptinitiatorinnen Realschullehrerin Ulrike Grimm gibt an, dass ihr Projektwochen an der RSN generell immer sehr viel Freude bereitet hätten und da es diese Art von abwechslungsreichem Unterricht kaum noch gäbe, empfinde sie den Global Day als tolle Aktion. "Nach den großen Projekten im letzten Jahr [Anmerkung der Redaktion: Projekt Nachhaltigkeit (ehemalige 9a) und Projekt Nachhaltiges Essen in der Schulküche (9b) jeweils zusammen mit der HfWU Nürtingen-Geislingen] gab es eine Menge interessanter Themenvorschläge, die wir durch den Global Day unter einen Hut bringen konnten," ergänzt ihre Kollegin Rita Munk die Frage nach der Entstehung des Projekttages.

Interview_Frau_Grimm

Doch bevor so ein Projekttag auf die Beine gestellt werden kann, bedarf es einer ausführlichen Planungsphase - circa vier Monate Vorbereitungszeit benötigte der Global Day. "Der Tag selbst lief eher entspannt ab, im Vorfeld war aber sehr viel zu tun," betont Ulrike Grimm. "Wir waren im regen Kontakt mit dem EPiZ in Reutlingen, die uns auch sechs Referenten stellten. Außerdem haben wir Herrn Herrmann von der Fairtrade Firma Kipepeo als Referenten eingeladen. Viel Arbeit war auch die Einteilung der Schüler in die Workshops, weil es der SMV wichtig war, die Klassenverbände aufzulösen." Entstanden sind letzten Endes 24 verschiedene Workshops für die gut 530 Schülerinnen und Schüler der Realschule.

Rasende Reporter bei der Arbeit

Marie David (9d), Daniel Heldele (9b), Jonathan Schmid (9b) und Katrin Wallisch (9a) waren als sprichwörtliche "Rasende Reporter" zusammen mit Manuel Mauch unterwegs, machten Bilder und verfassten diesen Artikel. Ferner führten sie Kurz-Interviews mit einigen Teilnehmern durch:

SSo isst die Welt (4)

Lisa Claus (9b) war beim Workshop So isst die Welt von Rita Munk und Referentin Ivana Wolfenson-Camacho. Rita Munk wollte "den Schülern nahebringen, wie Menschen in anderen Ländern essen und wie sie leben."
Rasende Reporter: Lisa, warum hast du dich für diesen Workshop entschieden?
Lisa: Weil ich Peruanisches Essen kennenlernen wollte.
RR: Was habt ihr hier gemacht?
Lisa: Es wurde Peruanisches Essen gekocht, genauer gesagt eine Nachspeise. Außerdem mussten wir zuordnen, welche Speise zu welchem Land gehört. Die Nachspeise schmeckt wie Milchreis und später wird noch Popcorn gemacht.
RR: Was macht Dir an die diesem Workshop Spaß?
Lisa: Man lernt viel über das Land Peru, natürlich auch über das Essen. Die Peruaner ernähren sich meist von Reis, Bohnen, Getreide und Kartoffeln, die eingefroren werden und dadurch haltbar gemacht werden. Es war auch erstaunlich, welche Speisen es in anderen Ländern gibt. Es ist sehr interessant zu erfahren, wie anders wir leben.

Yoga - Erlernen eines Sonnengrußes (2)

Als einziger Junge traute sich Benedict Musoni (8c) zum Yoga - Erlernen eines Sonnengrußes bei Anita Hermann:
RR: Was hast du über Yoga erfahren?
Benedict: Es kommt aus Indien, man versucht den Körper vor der kommenden Arbeit zu entspannen. Durch Yoga bleibt man gelenkig. Es wird häufig einmal am Tag ausgeübt. Eine bekannte Übung ist der Sonnengruß.
RR: Was hat Yoga mit globalem Lernen zu tun?
Benedict: Es ist eine Sportart, die weltweit bekannt ist und verschiedensten Leuten zusammen bringt.
RR: Das Zusammenkommen von verschiedenen Altersklassen, war das positiv?
Benedict: Es macht mehr Spaß mit verschiedenen Leuten und bietet eine gute Abwechslung vom Alltag.
RR: Was nimmst du mit aus dem Workshop?
Benedict: Dass man sich vor der Arbeit entspannen soll, aber auch, dass Yoga anstrengend ist. Man fühlt sich dadurch aber auch besser.

Interview_Dirk_Gneiting

Dirk Gneiting (9c) nahm am Workshop Recyclingkunst von Tobias Linka und Alexandra Bangert teil:
RR: Warum der Workshop Recyclingkunst?
Dirk: Weil das Wort "Recycling" interessant geklungen hat und ich herausfinden wollte, was sich dahinter verbirgt.
RR: Was macht ihr?
Dirk: Zuerst wurden Fliesen zerkleinert, danach auf mehrere Teilstücke mit Zementmörtel aufgeklebt und dann zusammengesetzt. Am Ende enstanden daraus verschiedene Mosaiken.

Tanzen (4)

Den mit Abstand größten Workshop mit knapp 70 Teilnehmern bildete Tänze weltweit, betreut wurden sie von Nadine Buck, Eva Lämmle-Butzer und Ann-Cathrin Deyle. Zusätzlich halfen die Externen Miriam Meier, Friederike Ambacher, Therea Dümmel und Jana Kotkowski der großen Schülergruppe Herr zu werden. Selina Bauer (5b), Paulia Geiger (5b), Marc Walter (5a), Marc Mellert (5a) und Jana Allgaier (5a) standen Rede und Antwort:
RR: Welche verschiedene Tanzarten habt ihr ausprobiert?
Selina: Wir haben schon Afrikanisch, HipHop, Breakdance und Indisch ausprobiert.
RR: Hat dir eine Tanzart besonders gut gefallen?
Paulina: Ja, HipHop. Vor allem wegen der Musik.
RR: War etwas besonders überraschend für dich?
Marc W.: Auf jeden Fall die afrikanische Musik. Die Bewegungen waren neu und so ganz anders, wie wir es eigentlich gewohnt sind.
RR: Was hat Tanzen deine Meinung nach mit dem Wort global zu tun?
Marc M.: Alle Menschen auf der Welt können tanzen, auch behinderte.
RR: Warum hast du dich für genau diesen Workshop entschieden?
Jana: Da ich tanzen mag und verschiedene Tanzrichtungen ausprobieren wollte. Außerdem bin ich im HipHop.

Martin Schreck leitete den Workshop Wasser, an dem Jannik Holl (5a) teilnahm:
RR: Was ist weltweit problematisch in Zusammenhang mit Wasser?
Jannik: Dass in armen Ländern das Wasser sehr dreckig ist, verseucht mit Chemikalien. Dieses Wasser macht krank. Viele Menschen leiden an Wasserknappheit und müssen ihr Trinkwasser mühevoll anschleppen, oft kilometerweit!
RR: Was gefällt dir an deinem Workshop besonders?
Jannik: Wasser ist so interessant und faszinierend, denn immerhin werden 71% der Erdoberfläche von Meer bedeckt. Aber nur wenig davon ist Trinkwasser. Unser Workshop bringt uns etwas für den Alltag, das ist cool. Wir haben auch einen Versuch gemacht: 51 Wassertropfen passen auf eine 10ct Münze!

Kinderrechte (2)

Mit Kinderarbeit und Kinderrechten bei Karin Weiss beschäftigte sich Celine Wohlfahrt (7c):
RR: Warum hast du dich für diesen Workshop entschieden?
Celine: Mich interessieren die Rechte und ob jeder die selben hat, hier und in anderen Ländern.
RR: Was hat dieses Thema mit globalem Lernen zu tun?
Celine: Alle Kinder weltweit sollten die gleichen Rechte haben, da jeder die selben Rechte haben sollte.
RR: Hat dich etwas geschockt?
Celine: Die Rechte von Kindern werden in Entwicklungsländern oft überhaupt nicht beachtet. Sie sind nicht einheitlich und das finde ich sehr unfair!
RR: Welches Recht findest du am wichtigsten?
Celine: Das Recht auf Freiheit und auf eigene Meinung, aber auch individuell zu sein.

"Meine Kollegen haben so gut wie alle mitgemacht und zusammen mit den externen Referenten wirklich tolle Workshops angeboten. Von den Schüler habe ich auch überwiegend Positives gehört. Daraus schließe ich, dass der Global Day ein voller Erfolg war," so das abschließende Fazit von Ulrike Grimm. 

Das war er in der Tat! Offensichtlich war für jeden Geschmack etwas dabei und es wurde an der Realschule Neuffen an diesem Tag wahrlich "global gelernt". Die Bildergalerie gibt Einblicke in die Mannigfaltigkeit des Angebots und jeden einzelnen Workshop.
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