Das Hope Theatre zu Gast in Neuffen


Die Menschenrechte und deren Einhaltung sind für uns eine Selbstverständlichkeit, doch dies gilt leider bei weitem nicht für alle Menschen. Obwohl die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte bereits im Jahr 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedet worden ist, ist diese doch kein rechtlich bindendes Dokument. Die Einhaltung der Menschenrechte ist viel zu oft abhängig von aktuellen politischen und wirtschaftlichen Aspekten. Der Gedanke, dass alle Menschen gleich wichtig und wertvoll sind ist schön, doch bleibt er für viele Menschen Wunschdenken. Mit dieser Problematik beschäftigte sich die diesjährige Aufführung des Hope Theatre.

Die Begrüßung erfolgte durch Pfarrer Motombo, der die Theatergruppe kurz vorstellte und deren Namen erläuterte, das Theater der Hoffnung.
Zu Beginn wurde auf sehr humorvolle Art darauf aufmerksam gemacht, mit welchen Kommunikationsproblemen man konfrontiert wird, wenn verschiedene Sprachen aufeinandertreffen. In diesem Fall Deutsch und Englisch. Aus diesem Grund übersetzte und erläuterte ein deutschsprachiges Mitglied im Verlauf die wichtigsten Passagen des Gezeigten.

Nach einem kurzen informativen Input zu den Menschenrechten, welcher von kurzen Anspielen und musikalischen Beiträgen untermalt wurde, hatten die Schüler die Möglichkeit etwas beizutragen. Dabei konnten sie ganz frei über das sprechen, was sie bewegt und sie auf dem Herzen haben. Durch die Beiträge wurde deutlich, dass die Jugendlichen der ständige und überall präsente Egoismus vieler Menschen stört, auch untereinander und gerade ihre Generation solle sich mehr um unsere Welt kümmern. Das Aufwachsen auf einer schönen, erhaltenswerten Erde könnte, wie von einer Schülerin erklärt, beispielsweise bei einem gemeinsamen Besuch des „Fridays for future“ eingefordert werden.

Es folgten kurze szenische Darstellungen, welche die Themenbereiche Gleichstellung, Altersdiskriminierung, Kinderarmut und Diskriminierung von Frauen und armen Menschen anschaulich präsentierten. So wurde in einer gespielten Gerichtsverhandlung, bei der die Frau Anklage wegen sexuellen Missbrauchs erhoben hatte, der Mann letztlich freigesprochen, da die Frau nicht die korrekten Sicherheitsvorkehrungen getroffen und dem Mann leichtgläubig die Ladentüre geöffnet hatte. Das Beispiel verdeutlichte jedoch nicht ausschließlich die Diskriminierung von Frauen, es wurde auch betont, dass arme Menschen kaum eine Chance gegen reiche, mächtige und für den Staat nützliche Menschen haben. So stoßen die Menschenrechte in der Praxis doch allzu schnell an die Grenzen der Einflussreichen.
In einer weiteren Szene wurde veranschaulicht, dass bei nicht ausreichender Versorgung die Menschen sich äußerst schnell selbst die Nächsten sind und das Mitleid ein Luxus ist, den man sich leisten können muss.

Es ist nun sicherlich jedem Leser klar, weshalb sich die Gruppe Hope Theatre nennt, das Theater der Hoffnung. Sollte es doch unser aller Hoffnung und Wunsch sein, dass die Menschenrechte überall auf der Welt respektiert und eingehalten werden. Nur so erreichen wir eine reale Gleichstellung aller Menschen und ermöglichen ein gemeinsames Streben unseren Planeten und uns selbst zu erhalten und zu bewahren.
Redakteur / Urheber
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JM