Ein neues Suchtpräventionsprojekt an unserer Schule


 Dank des Angebots des Landratsamt Esslingen, Abteilung Suchtprofilaxe hat unsere Schule eine Möglichkeit bekommen, an dem „Schülermultiplikatorenseminar zur Suchtvorbeugung in der Schule von Schüler/innen für Schüler/innen“ teilzunehmen. Die Schulsozialarbeiterin Frau Wartenberg und die Suchtpräventionslehrerin Frau Einecker haben diese Möglichkeit als ein sehr interessantes Angebot wahrgenommen und sich mit diesem Thema gründlich auseinandergesetzt. Die Finanzierung des Projektes hat der Förderverein RSN übernommen, wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal bedanken wollen.

Zwei Schüler unserer Schule, Ann-Katrin und Lukas, haben im März 2018 an diesem Seminar teilgenommen, um dann im Juli 2018 ihr erworbenes Wissen den 7.Klässlern weiter zu geben.

Ann-Katrin berichtet:
„Um sich selbst mit dem Thema Sucht, Drogen und Prävention vertraut zu machen, haben wir im März ein Seminar der Drogenberatungsstelle Kirchheim besucht und dort viel Neues und Spannendes zu dem nicht ganz unkomplizierten und heiklen Thema gelernt. Die offene, lockere und spaßige Art in welcher dieses Seminar aufgebaut war, hat uns überzeugt, sodass sie zusammen mit der Schulsozialarbeiterin Frau Wartenberg, dem FSJ`ler Niklas Urban  und der Schulleitung beschlossen haben das bisherige “Standard“ Präventionsprogramm ein wenig aufzufrischen und neuen Wind in die Sache zu bringen. Zum einen wollten wir mehr gemeinschaftsfördernde Spiele und den Einsatz der Schüler fördern und zum Anderen den auch wichtigen Theorieunterricht machen. Und da Dinge von Schüler zu Schüler oft verständlicher, einfacher und “ehrlicher“ rübergebracht werden können, haben wir beschlossen dieses große Projekt mit Unterstützung selbst in die Hand zu nehmen. Es wurde viel überlegt, gesprochen, diskutiert, gebastelt und gebaut bis es endlich in der letzten Profil Woche soweit war und wir unser Werk präsentieren konnten. Die drei Siebener Klassen wurden aufgeteilt, sodass jede Klasse 6 Stunden mit uns, dem Niklas und Frau Wartenberg,  verbringen durfte. Jeder Tag war individuell und es gab immer kleine Abweichungen vom geplanten Tagesplan, doch im Großen und Ganzen konnten die Dinge thematisiert werden,  welche gewollt waren und es war auch mal Zeit für ein Späßchen. Zuerst wurden ein paar Regeln aufgestellt und erklärt.. Nach einem kurzen „Warmwerdespiel“  durften die Schüler einerseits ihre Wünsche an den Tag und die Mitschüler, andererseits auch Ihre Fragen zum Thema aufschreiben, diese wurden so gut es ging eingehalten und beantwortet.

Es war sehr interessant zu sehen, wie gut sich manche mit diesem Thema auskannten und wie neugierig viele waren. Anschließend durften die Schüler von ihren Informationen erzählen, welche teilweise bestätigt, teilweise aber auch ein bisschen verbessert wurden. Es folgte eine Mischung aus Spiel und Theorie, aus Vorwissen und neuem Wissen, der Sucht Sack, ein Beutel welche mit Gegenständen und Bildern zum Thema Sucht gefüllt war, wurde durch die Klasse gereicht und jeder durfte einen Gegenstand herausziehen und die Frage, was daran süchtig mache beantworten. Dabei war es sehr erstaunlich, wie viele Dinge doch süchtig machen können.

Den ganzen Vormittage über war eine leichte Unruhe zu spüren, doch als ich eine wahre Geschichte von einer Frau, welche Jahre drogenabhängig war, welche wir auf unserem Seminar kennengelernt haben, erzählte, wurde es ganz still im Raum und vielen konnte man Schock und die Emotionen förmlich ansehen. Sie berichtete über ihren kurzen und leichten Weg zu den Drogen und ihren langen, qualvollen Weg von den Drogen.

Anschließend folgte ein Zuordnungsspiel bei welchem die Schüler die einzelnen Schritte in die Sucht sortieren mussten und diese kurz erklären sollten. Das hat sehr gut funktioniert, sodass schnell mit dem nächsten Spiel, welches „Atomtransportspiel“ genannt wird und den Zusammenhalt und das Vertrauen der Klasse stärken soll weiter gemacht. Genau aus diesem Grund durfte zu diesem Spiel der Klassenlehrer dazu kommen und mitspielen. Die Klasse wurde in zwei Hälften geteilt, die eine Hälfte sollte Augenbinden aufsetzen, die andere Hälfte sollte die Blinden so führen und betreuen, dass die Klasse es schaffte einen Ball, welche auf einem an Schnüren befestigt ein Ring lag, einmal quer über den Schulhof zu transportieren und ihn dort wieder abzulegen. Dies hat immer spätestens beim zweiten Anlauf funktioniert, sodass die zwei Hälften sogar noch einmal tauschen konnten und den Weg noch mal zurück laufen durften.

Nach einer kurzen Reflektion und der Erklärung, dass das Vertrauen ganz wichtig ist, um nicht in eine Sucht zu geraten, folgte auch schon das nächste Spiel. Bei diesem hielt die Klasse eine handelsübliche 2 Meter lange Leiter, während ein Mitschüler darüber klettern sollte. Dieses Spiel war einerseits ein Spiel für Vertrauen, aber andererseits auch ein Spiel zum Gruppenzwang.

Nun durfte der Klassenlehrer wieder gehen und es ging zur letzten Einheit, dem „Klavier-Modell“, dies sollte zeigen, wie schnell Hobbys oder Leidenschaften wegfallen können, also Klaviertasten kaputt gehen können und man in eine Sucht rutschen kann, doch wie schwer es hingegen ist wieder neue Hobbys aufzubauen also die Klaviertasten zu reparieren.
Anschließend durften alle Schüler ihr Feedback aufschreiben und dem Unterricht eine Note geben. Zum krönenden Abschluss wurde noch das Inselspiel gespielt, bei dem mit Teppichen eine Kette gelegt wurde, über welche man auf die andere Seite des Weges laufen sollte, sobald ein Teppich keinen Körperkontakt mehr hatte, wurde er weggenommen. Anschließend durften die Schüler gehen und wir, zusammen mit Niklas und Frau Wartenberg haben die Rückmeldungen durchgelesen und Verbesserungsvorschläge aufgeschrieben.  Es wurde dabei sichtbar, dass es den meisten Schülern ganz gut gefallen hat, denn es gab Rückmeldungen wie: „Ich fand es gut, dass wir viele Spiele gespielt haben, was mit Vertrauen zu tun hatten“, „Der Unterricht war gut, weil man viele Spiele und Spaß hatte“, „Es war spannend“, „Ich fand, ihr habt alles gut erklärt und es hat auch Spaß gemacht. Ich denke, man hat von dem Tag viel gelernt“.  Der Notendurchschnitt lag bei 1,7.

Insgesamt waren es drei wunderschöne, lehrreiche, spannende und großartige Tage, welche unbedingt wiederholt werden müssen.“
 
 
Ann-Katrin Pfänder & Frau Wartenberg