Bemerkenswerte Theateraufführung „Herr der Fliegen“ an der Realschule Neuffen

Herr der Fliegen

Ein herausragendes Schauspiel bot die Theater-AG der Realschule Neuffen mit ihrem Theaterstück „Herr der Fliegen“ am 13., 14. und 15. März im Musiksaal der Realschule. Einen leichten Stoff hatte sich die Gruppe wahrlich nicht vorgenommen: Der Ausbruch der nackten Gewalt in einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die es ohne Erwachsene auf eine einsame Insel verschlagen hatte, wurde so überzeugend dargestellt, dass über 500 zum größten Teil jugendliche Zuschauer dem Geschehen gebannt folgten. Zu verdanken war dies unter anderem zwei Paaren in den Hauptrollen, die sich in den einzelnen Aufführungen abwechselten. Aileen Schwer und Marie David verkörperten in der Rolle der Jacky perfekt das personifizierte Böse, das von ursprünglich harmlosem Ringen um die Vormachtstellung in der Gruppe eskaliert zur hemmungslosen Gewalt. Ihrer Gegenspielerin Sarah, dargestellt von Laura Rothweiler und Julia Mönch, gelingt es am Ende nicht mehr, allein gelassen und isoliert auch nur einen Rest von Ordnung und Moral aufrecht zu erhalten. Ein epilepsiekrankes Mädchen, in einer schwierigen Rolle umgesetzt von Jamie Neuber, erkennt als Einzige, dass das „wilde Tier“ in ihnen sitzt und wird grausam niedergemetzelt in einem ekstatischen Tanz. Auch die zweite Vernünftige, die pummelige und deshalb von allen verspottete „Piggy“, wird am Ende unter dem Gejohle der anderen grausam umgebracht. Piggy wurde überaus glaubwürdig auf die Bühne gebracht von Laura Schur. Die skrupellose Ausführerin Carla wurde von Sina Färber so überzeugend gespielt, dass ein Mitschüler kommentierte: „Um die mache ich in Zukunft einen Bogen auf dem Schulhof.“ Aber auch viele Jungtalente waren in dem Team zu sehen, das die ganze Bandbreite von Klasse 5 bis Klasse 10 umfasste. Monja Erbe, Lena Zoudlik, Fiona Scheibe, Lysanne Maack, Katja Knoll, Janika Erbe, Marie Jungbauer und Larissa Herdtner bildeten den Rest der Gruppe auf der einsamen Insel. Dass das Wagnis gelang, einen so brisanten Stoff um die Frage des Bösen im Menschen glaubwürdig darzustellen, wertet die Theatergruppe unter der Leitung von Gerhard Schulz als einen riesigen Erfolg, denn dass man mit dieser buntgemischten und zum Teil sehr jungen Truppe nach den bekannten Kinder- und Jugendstücken der letzten Jahre einer so ernsten Problematik  würde gerecht werden können, das war durchaus nicht selbstverständlich. Der Stolz der Mädels ist deshalb umso größer, nachdem dies nach einhelliger Meinung des Publikums überragend gut gelungen ist.